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Mallorca - kleines Paradies im Wandel /// Tag 4

TAG 4 - MARKT IM NORDEN /// VON POLLENCA ZURÜCK ANS MEER

Unsere Zeit auf Mallorca hatte für diesen Urlaub bereits ihren Zenit überschritten. So langsam machte sich ein wenig Aufbruchsstimmung breit. Bereits am nächsten Morgen um 9:00 Uhr in der Früh, sollte unsere Rückreis nach Deutschland beginnen. Doch bis dahin sollte keine Stunde unverkostet bleiben. Tag 4 unserer Reise sollte noch einige Schönheiten der Insel bereit halten.

 

Das erste Ziel des Tages sollte uns in den hohen Norden der Insel führen. Von Port D’Andratx aus, folgten wir der Schnellstraße Ma-13 eine gute Stunde, geradewegs über die Inselmitte. Auch ohne Navigationsgerät ist es auf Mallorca’s Straßen kaum möglich sich zu verfahren, angesichts des recht übersichtlichen Straßennetzes und den gut ausgeschilderten Routen.

Alsbald erreichten wir “Pollença”, den Hauptort der gleichnamigen Gemeinde, bestehend aus diesem und zwei weiterer Siedlungsschwerpunkten, den eher touristischen Orten “Port de Pollença” und “Cala Sant Vicenç.“ Das Gemeindegebiet von über 150 km² umfasst unter anderem die gesamte Halbinsel “Formentor” mit den vorgelagerten Inseln “El Colomer” und “Illa de Formentor.”  

 

Pollença

 

Bereits bei der Ankunft im Ort sahen wir uns mit dem typischen Wochenmarkt-Phänomen konfrontiert, dass gefühlt die halbe Insel an einen Ort pilgert. Da die Märke bekanntermaßen jeder für sich genommen, nur einmal in der Woche öffnen, ist auch jeder dieser Märke stets gut besucht. Dies trifft auf den Markt in Pollença, als einen der bekanntesten und beliebtesten definitiv zu. Da es Sonntag war und die Infrastruktur des Ortes eher ländlich anmutete, war ein Parkplatz dennoch schnell gefunden. Einfach in eine nahegelegene Seitenstraße eingebogen, finden sich oft noch einige Reserven. Parkscheine und Politessen sollten heute also keine bedeutende Nebenrolle spielen.

Alles in allem ist Pollença ein sehr angenehmer, aufgeräumter Ort, ein Ort der in sehr angehmer Weise die normalen Wohnverhältnisse auf der Insel aufzeigt. Unter der Woche genießt man hier mit Sicherheit viel Ruhe, ist der Ort doch kein überfüllter Touristen-Hot-Spot. Dennoch ließe es sich hier für Personen wie uns, Interessiert an Kulinarik, Handwerk und Architektur, mit Genuss zwei drei Tage aushalten. Heute, am Sonntag, zeigt sich der Ort aber von einer anderen, wenig ruhigen, eher quirligen Seite. Trotz der vielen Menschen - Touristen als auch Mallorquiner, auf der Suche nach frischem Obst, Gemüse und allerlei Tand und Trödel - legt sich doch eine entspannte Stimmung über das Dorf. Angenehm lässt sich man sich durch die Gassen und über den Markplatz treiben und genießt die vielen unterschiedlichen Eindrücke und Gerüche. Eine unglaubliche Auswahl an Früchten ließ meine Liebste nicht innehalten. Gleich wurde Obst und luftgetrocknete Salami für die Familie daheim und für den Eigenverzehr eingekauft.

Allein auf dem Hauptteil des Marktes, zu Füßen der Pfarrkirche “Santa Maria dels Àngels“, könnte man den halben Tag verbringen. Hier kann man sich nach Herzenslust von Stand zu Stand verköstigen. Bereits auf dem Markt in Sóller sind uns eine Art frittierte Krapfenringe namens “Bunyols” oder “Buñuelos” aufgefalle, die wir auch hier wiederfanden. Einfach lecker - jeder der es in Deutschland liebt, Schmalzkuchen auf dem Weihnachtsmarkt zu essen, sollte diese kleinen Zucker-Donuts einmal probieren.

So gestärkt wagten wir uns auch etwas weiter in die Seitengassen vor. Hier kann es neben den Menschenauflauf und den Ständen schnell sehr eng werden. Hier heißt es: Ruhe bewahren und sich mit dem Strom treiben lassen.

 

Auch hier findet man selbstredend endlose Stände von Perlen-Händlern und Schmuckmanufakturen, was ein schnelles Vorankommen zusätzlich erschwerte. Hang Nga kaufte hier und da noch ein paar hübsche Kleinigkeiten für die Liebsten zu Haus. Wer weiß wann man das nächste mal wieder auf Mallorca ist und derart günstige Schnäppchen erstehen kann. Der Preisunterschied wurde an einer engen Passage besonders deutlich. Während sich die Menschen, Hang Nga eingeschlossen, einer Bienenkolonie gleich, um einen Stand voller Echt-Schmuck-Replikate tummelten, wahren die Besitzer des nur zwei Meter weit entfernten Geschäfts der gleichen (hier jedoch echten) Marke bereits froh, einen der Artikel am Tag für das 10-fache des Replikat-Preises loszuschlagen. Nicht schwer zu sagen, wer hier am ende das Tages mehr Umsatz macht.


Hat man sich einmal durch die Gassen hinter der Pfarrkirche geschlagen, erreicht man einen weiteren größeren Platz, dem “Plaça Seglars”, auf dem sich immer noch weitere Stände und kleine Lädchen fanden. Auffällig viele Restaurants domierten jedoch den Platz und luden große Gruppen von Wander- und Radfahrer-Touristen zum Mittagstisch ein. Ein schönes Bild, wenn gleich man ein wenig Zeit braucht, das Angebot der verschiedenen Küchen zu überschauen. Am nördlichen Ende des Platzes weckte aber erst einmal eine der architektonischen Sehenswürdigkeiten des Ortes meine Interesse.

 

Die “Carrer del Calvari”, eine Treppe die über 365 Stufen vom Ortszentrum Pollenças nach Nordwesten auf den Kalvarienberg und der dort befindlichen Kapelle “Eglésia del Calvari” führt, forderte förmlich zur Erklimmung auf.
Am oberen Ende wartete bereits ein herrlich fröhlicher Straßenmusiker, der mit seinen angenehmen Gitarrenklängen die Eroberer des Hügels für die Strapazen entlohnt. Ein Euro-Stück in seinen Koffer geworfen, meinerseits dankend für die gute Stimmung, legte er sich sofort wieder ins Zeug und spielte uns einen Flamenco von viel Sonne, Freiheit und spanischem Lebensglück.

Neben den Klängen und der Kapelle, erwartete uns hier oben ein perfekter Blick über die Bucht von Pollença und der Halbinsel Formentor, welche wir noch heute besichtigen wollten.

 

Wieder am Fuße der schier unendlichen Treppe machte sich Hunger bemerkbar. Auf dem zuvor beschriebenen Platz, brauchten wir nicht lang suchen um ein geeignetes Restaurant zu finden. Wir gönnten uns ein ausgedehntes Mittagessen aus vielen Kleinigkeiten… Tapas, Albondegas, Brot, Cappuccino und Kuchen… die Zeit flog nur so davon und wir genossen bereits den vierten sonnenerfüllten Tag. Wenn doch solche Momente nur ewig währen könnten.

 

Das bunte Treiben um uns herum, ließ uns die Zeit total vergessen, sodass es schon später Nachmittag war, als wir aus dem Schlemmer-Schlummer erwachten. Unseren Plan, noch in die Berge der Halbinsel Formentor und bis an das nördliche Cap, mussten wir auf den nächsten Urlaub verschieben. Wichtiger war uns ein weiterer Besuch in Valldemossa und dem dazugehörigen Hafen. Den letzten Tag wollten wir uns keinen allzugroßen Stress mehr antun, also sollte dies bereits unsere letzte Tagesetappe werden, ehe wir uns im Hotel zu einer letzten geruhsamen Nacht betten würden.

 

Port de Valldemossa

 

Auf also nach Port de Valldemossa. Wir hatten bis hierhin ja schon einiges gesehen, was man in Spanien unter verkehrstauglichen Straßen bezeichnet hatte, was uns hier jedoch erwartete, war schon eher von der extremen Sorte.

 

Das folgende Video vermag nur bedingt herüberzubringen, wie es sich anfühlt, jenen Weg zu wählen. Das Video ist nicht von mir, dennoch zeigt es gut womit man es hier zu tun hat.

Für mich als Fahrer extrem spannend und Adrenalin-treibend, für Hang Nga und den Mietwagen eher die pure Folter, führte ein schmaler Grad hinab ans Ziel. Wenige hundert Meter hinter dem höher gelegenen Ort Valldemossa ( vorgestellt im dritten Teil des Reisetagebuchs “Mallorca 2016 - Pt. ¾ - Tag 3: Von Sóller nach Valldemossa - Unterwegs in den Serra de Tramuntana” ), beginnt der Weg hinab zum Hafen. Froh über die zierlichen Ausmaße unseres PKW, fragte ich mich angesichts dieses Weges, wie es hier größere Fahrzeuge schaffen zu verkehren. Zu unserem Glück gab es nur wenig Verkehr auf der Strecke, was die Fahrt überwiegend entspannt vorüberziehen ließ.

Im Hafen endlich angekommen, erfreut man sich der ruhigen Seelage. Ein Sprung ins Wasser wäre gut möglich, bietet der Ort hier auch einen eigenen, wenn auch sehr steinigen Strand. Wir beschränkten uns auf eine kurze Siesta und ruhten uns zusammen mit einem Rudel wilder Katzen auf der Hafenmauer aus. Ein wirklich friedliches Plätzchen.



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