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Mallorca - kleines Paradies im Wandel /// Tag 3

TAG 3 - VON SÓLLER NACH VALLDEMOSSA /// UNTERWEGS IN DEN SERRA DE TRAMUNTANA

Willkommen zurück auf der Insel. Es freut mich, Sie bereits zum dritten Tag unserer Mallorca-Entdeckerepisode einladen zu dürfen. Kommen Sie mit auf eine spannende, kulinarische und kulturelle Rundreise mit meiner Lebenspartnerin Hang Nga und mir, Micha, und lassen Sie die folgenden Zeilen einfach auf sich wirken. Sie möchten selbst demnächst verreisen und wissen noch nicht genau wohin? Sie planen einen Besuch eines der beliebtesten Reiseziele im Mittelmeerraum - Mallorca - und suchen noch nach der richtigen Inspiration für Ihre ganz persönliche Reiseplanung? Sie suchen einmalige Erfahrungen, fernab von Massentourismus, Ballermann und Pauschaltourismus?

Dann könnte dieser Reisebericht das Richtige für Sie sein. Als junges Paar erkunden wir in unserem kleinen Mietwagen, als auch zu Fuß, im heutigen Teil den für uns persönlich spannendsten Teil der Insel, die Nordwestküste. Nach einem ausgedehnten Tag in Palma, definiert von Perlen-Shopping und dem Wandeln durch geschichtsträchtige Gassen ( siehe: Tag 2 - Perlen, Pollo, Politessen - Wettlauf durch Palma ), freuten wir uns nun auf etwas mehr Weitsicht, Natur und traditionellen ländlichen Wochenmärkten.

 

Der Tag begann gewohnt sonnig und sehr warm. Das Frühstück auf der Terrasse wurde erneut ausgiebig zelebriert, dabei leicht amüsant dargereicht vom noch dazulernenden, aber hoch motivierten Restaurantpersonal. Wir ließen sprichwörtlich die Seele baumeln, während der nötige erste Kaffee des Tages die Kehle hinab lief. Uns ging es einfach gut.

 

Serpentinen der Serra de Tramuntana

 

Dies sollte jedoch nicht sehr lange währen. Hang Nga sollte sich alsbald nach dem ruhigen Frühstück zurücksehnen, ging es doch für diesen Tag direkt in die Vollen. Nicht recht ahnend, was uns erwarten würde, steuerte ich unser erstes Tagesziel an. Der wunderbar beschriebene Wochenmarkt der Gemeinde “Sóller” lockte und galt schnell erreicht zu werden, schließen die Märkte bekanntermaßen bereits um die frühen Nachmittagsstunden. Dem Navigationsgerät gegenüber stets etwas skeptisch eingestellt, verlasse ich mich als Fahrer vorzugsweise auf die örtliche Beschilderung und neige dazu die mahnenden Worte des kleinen Straßen-Computers eher zu ignorieren. Dem Gedanken folgend, möglichst den direkten Weg nach Sóller zu suchen, folgte ich besagter Straßenbeschilderung, nicht ahnend was uns nun bevorstand.

Mein Fahrerherz schlug höher, als ich bemerkte, dass wir wohl eher auf eine schmale Küstenstraße mit vielen Serpentinen zusteuerten, als auf eine Schnellstraße gen Norden. Hang Nga hingegen rutschte das Beifahrerherz eher in die Hose, lag doch das Frühstück kaum 15 Minuten zurück. Wie wir ja alle wissen, raten Experten dazu, stets eine gute halbe Stunde nach dem Essen zu ruhen, ehe man ins kalte Wasser springt. Meine innere Uhr hatte da jedoch ganz andere Pläne, zeigte die des PKW doch bereits mahnend 11 Uhr an. Wohl wissend, dass wir über diese Strecke nicht gerade schnell vorankommen würden, sah ich den Besuch des Wochenmarktes schon gefährdet. Das Navi ließ ebenfalls nichts Gutes hoffen. Die theoretisch ermittelte Fahrtzeit von 1 Stunde und 45 Minuten galt es nun zu widerlegen um mir wie so oft selbst zu beweisen, dass der Computer eigentlich keine Ahnung vom Gelände hat.

 

Rasant ging es voran, von links nach rechts, von oben nach unten, immer weiter Richtung Norden, vorbei an immergrünen Steineichen, Olivenbäumen, sowie Strauchvegetationen dieser typisch mediterran bewachsenen Berglandschaft der “Serra de Tramuntana”. Immer treu an der Seite, der imposante Blick aus dem Fels in Richtung Meer. Hinter jeder Kurve eröffneten sich immer neue, immer einzigartige Ausblicke auf die Buchten, Felsen und Gewächse dieses wunderschönen ca. 90 Kilometer überspannenden Gebirgszuges. Diese schwierig zu erschließenden Küstenregion ist der Lebensraum von gut 20.000 Einwohnern, von denen etwa die Hälfte in Sóller leben. Ein Fakt der zu dieser Minute meiner liebsten Beifahrerin sicher so egal war, wie das Wetter in Deutschland.

 

Hang Nga hatte stark mit den Reisebedingungen zu kämpfen, die Straße und wohl auch mein wenig sänftenartiger Sportmodus, setzten ihrem Magen heftig zu. Ich entschied mich, umgehend das Fluchtfahrzeug zu bändigen, auch zum Wohle der immer häufiger auftauchenden Radsportler der Stoßstange voraus. Die Straße verjüngte sich zusehends, stellenweise galt es sogar innezuhalten um den herannahenden Verkehr passieren zu lassen. Für mich als unerschrockenen Fahrer macht aber gerade dies eine Fahrt entlang der Küste aus und so über dem Maße spannend.

Sóller

 

Nach gut einer Stunde und 20 Minuten erreichten wir - über das Navi triumphierend - die wunderschön gelegene Gemeinde Sóller. Da jeder Wochenmarkt auf der Insel seinen eigenen Tag hat, war scheinbar die halbe Einwohnerschaft auf dem Weg nach Sóller, was die Parkplatzsuche nicht gerade leicht gestaltete. Nach kurzem Kreisen um das Zielgebiet, eröffnete sich dann doch ein gut gelegener Stellplatz, so dass wir uns endlich zu Fuß in das Getümmel stürzen konnten. Überraschenderweise schienen sich die Menschengruppen gut im Altstadtkern und dem weitläufigen Markt zu verteilen, so dass sich keineswegs ein unbehagliches Herumgeschiebe einstellen konnte. Ganz im Gegenteil, angenehm gefüllt präsentierte sich der Marktplatz und Stadtmittelpunkt “Plaça Constitució” friedlich und sehr zum Verweilen einladend.

Neben zahlreichen wohlduftenden Restaurants und der “Banco de Sóller”, weiß insbesondere die Pfarrkirche “Sant Bartomeu” (span.: San Bartolomé) am Platz zu beeindrucken. VORSICHT! An dieser Stelle muss ich, wie Sie es vielleicht schon aus den voran gegangenen Episoden von mir kennen, ein wenig in die Geschichte des Ortes abdriften! Nach zahlreichen Veränderungen an der Fassade sind noch Reste romanischer Tore und Fenster sowie Befestigungsmauern aus dem 16. Jahrhundert erkennbar. Heute präsentiert sich die Kirche in barocker Struktur (1688–1733) mit einem neugotischen Glockenturm. Die modernistische Fassade wurde 1904 von dem Katalanen Joan Rubió i Bellver, einem Schüler Gaudís, konzipiert.

 

Ende des 18. Jahrhunderts flohen französische Bauern, Händler, Winzer und Tuchmacher aus dem von der Revolution geschüttelten Frankreich hierher ins Tal und organisierten alsbald die Verschiffung der Früchte nach Frankreich. Sóller wuchs und gedieh an dem neuen Wohlstand. 1860 wendete sich das Blatt tragisch. Ein Schädling befiel die Bäume und Früchte und stürzte die Gemeinde in eine tiefe Krise. Vor allem die Bauern traf dieses Schicksal und führte sie meist, wenn nicht nach Frankreich, ins Exil nach Lateinamerika; Kuba, Puerto Rico oder Venezuela. Daher unterscheiden sich in Sóller die Hausfassaden so augenfällig und erzählen von den Fährnissen ihrer Erbauer. Heute erfreuen wir uns an dieser Vielzahl unterschiedlichster Baustile, von Kolonialstil über Neobarock und Klassizismus mit Säulen, Tempelgiebelchen, aufwendigen Fassaden aus Bruchstein und Verzierungen aus Schmiedeeisen, wie sie entlang der Gran Via, der Hauptstraße der Kleinstadt, zu sehen sind.

Genug aber mit der Geschichtsstunde. Nach einem kurzen Rundgang über den Platz musste erst einmal eine kleine Stärkung her. Hang Nga verfiel sofort der frischen Waren in den Auslagen der Händler. Alles was das Herz der mediterranen Küche begehrt konnte hier direkt vom Erzeuger erworben werden. Von frischem Obst und Gemüse, über eine unzählige Vielfalt eingelegter Oliven, bis hin zu frischem Honig, der samt Bienen und Waaben vor Ort zu bestaunen war.

 

Nach ein paar kleinen Häppchen hier und da, verschlug es uns zur ersten Rast in ein kleines gemütliches Café, unweit des Plaça. Die Bäckerei mit eigenem Café mit dem schönen Namen “Forn de can Frau” ist, trotz top modernem Interieur, tatsächlich eines der ältesten in Familienbetrieb geführten Handwerks-Unternehmen der Stadt. Bereits 1923 vertrieb man die eigens produzierten Backwaren von diesem Standort aus und legte dabei besonderen Wert auf die Verwendung bodenständiger, mallorquinischer Zutaten von bester Qualität und aus ökologischem Anbau.


Nach einem sehr delikaten Cappuccino und etwas Gebäck, machten wir uns auf, auch die kleinen Gässchen des Ortes zu erkunden. Der Markt war auch hier stets präsent, was auch die Nebenstraßen und kleineren Geschäfte am Wegesrand mit viel Leben füllte. Bezaubernde Gärten und wunderschön dekorierte Geschäfte luden zum Verweilen und Schwelgen in Wohnträumen ein.

Der Weg zurück zum Fahrzeug führte, glücklicherweise, erneut über den Marktplatz. Hier spielte sich gerade ein Spektakel ab, dass unvermittelt meine ganze Aufmerksamkeit an sich riss. Eine beachtliche Gruppe von Oldtimerfans samt Vehikel bahnte sich ihren Weg zaghaft durch das Menschengewirr des Marktes. Es schien sich bei diesen aussterbenden Exemplaren überwiegend um wunderschöne und liebevoll restaurierte VOLKSWAGEN-Modelle zu handeln. Ich versuchte selbstverständlich umgehend die Kamera zu zücken um dieses vorbeiziehende Glück für Sie liebe Leser, als auch für mich festzuhalten.

Leider gelang mir nur ein gutes Bild der fahrenden Kolonne. Zu unser aller Glück, sollte dies aber nicht das einzige Zusammentreffen an diesem Tag bleiben, so dass ich etwas später anderenorts meine Chance ergreifen konnte.

 

Noch im siebten Autohimmel schwebend, wurde ich von einem markanten Bimmeln in die Realität zurückgeholt. In der von der PKW-Kolonne in die Menschentraube gezogenen Schneise, erkannte ich ein altes Gleisbett, auf dem soeben Mallorcas bekannter “Roter Blitz” heran rollte und seinen Weg durch die Altstadt bahnte. Die elektrische Schmalspurbahn hatte soeben ihr Ziel erreicht, nachdem sie am Morgen noch in Palma startete, um interessierte Touristen auf der alten “Orangen-Route” nach Sóller zu befördern.

Port de Sóller

 

Fasziniert von diesem Schönen Gesamtbild der Stadt wollten wir auch dem Hafen einen kurzen Besuch abstatten. “Port de Sóller” ist vom Stadtkern mit dem Auto innerhalb weniger Minuten zu erreichen und bietet nicht nur Touristen einen der beliebtesten und größten Sandstrände der Insel. Von den hoch frequentierten Touristenstränden eher abgeneigt, war ich von diesem überaus positiv angetan. Einer atemberaubenden Kulisse aus Bergen und in die Felsen gewachsener Häuser, liegt der saubere und breit auslaufende Strand zu Füßen. Hätte ich eine Badehose dabei gehabt, ich wäre direkt in die Fluten gesprungen.


Trotz des einladenden Wetters und des herrlich ruhigen Strandflairs, hielt es uns nicht lang im Ort. Es standen noch so viele interessante Ziele auf dem Tagesplan, dass es hier und jetzt nur für eine kurze Abkühlung der wandererprobten Füße reichte. Keine schlechte Vorkehrung, für das was ihnen am selben Tage noch abverlangt werden würde.

 

Wir verließen Port de Sóller also wieder in südwestlicher Richtung und folgten der uns bereits gut vertrauten MA-10, jener Achterbahn-gleichen Küstenstraße, die uns bereits von unserem Startpunkt in Port D’Andratx, in den Norden führte. Eine kurze, erholsame Fahrt von 20 Minuten, führte uns durch einen bei Touristen sehr beliebten Ort in den Berghängen der Serra de Tramuntana.

Deià

 

“Deià - das Künstlerdorf”, hat mich bereits bei unserer ersten Durchfahrt am Mittag interessiert und veranlasste mich, im Schritttempo durch den Ort zu rollen. Auf einer Anhöhe, 400 Meter über dem Meeresspiegel, gelegen, verteilt sich das sehr alt anmutende Dorf auf drei Ebenen. Von der Hauptstraße aus blickt man auf den alten Ortskern, etwas tiefer am Felsen gelegen, während man in anderer Richtung zu Kirche und Friedhof hinaufblickt.

 

In Deià haben sich seit Anfang des vergangenen Jahrhunderts zahlreiche Künstler, Schriftsteller, Schauspieler und Musiker wie Peter Ustinov, Pablo Picasso, Andrew Lloyd Webber oder Pierce Brosnan niedergelassen und dem Ort den Beinamen „Künstlerdorf Mallorcas“ eingebracht. Insbesondere für mich als kreativer Kopf ist Deià mit Sicherheit einen Besuch wert. Diesen musste ich fürs Erste aber auf einen anderen Urlaub verlegen, da ich zu jener Stunde an einem anderen Ziel, kurz hinter dem Ort, interessiert war. Da sich bereits zu dieser Jahreszeiten massige Touristengruppen durch den Ort zwängten, Reisebusse und Mietwagen verzweifelt nach Parkmöglichkeiten suchten und große Rennrad-Trauben, die von meinem Fahrersitz aus zu erkennenden Restaurants vereinnahmt hatten, fiel mir der direkte Abschied nicht sehr schwer.

Son Marroig & Sa Foradada

 

Keine zwei Minuten hinter dem Ortsausgang ( in südlicher Richtung ), erreichten wir nun unser nächstes Ziel. In einem anderen Reiseblog las ich von einem etwas schwierig zu erreichenden Restaurant direkt am Meer. Idyllisch am Ende einer Wanderroute gelegen, sollte sich ein kleines aber feines Restaurant versteckt halten, welches ausschließlich zu Fuß oder mit dem eigenen Boot zu erreichen ist. Große Touristengruppen und ( verzeihen Sie mir den Ausdruck ) übergewichtige US- oder UK-Bürger würde man hier wohl kaum antreffen.

 

Glücklich, die wenig auffällige Ausfahrt zum Parkplatz direkt an der Küstenstraße gefunden zu haben, konnte die Reise ins Ungewisse also beginnen. Die Vielzahl der abgestellten Fahrzeuge, ließ mich doch etwas an der Exklusivität des Ortes zweifeln, es stellte sich jedoch schnell heraus, dass es bereits unmittelbar auf Höhe des Parkplatzes eine gut besuchte Bar, nebst zweier Restaurants zu finden gab. Hier mischten sich nicht wenige Einheimische unter die Touristen und genossen den schon hier sehr beeindruckenden Ausblick auf die vorausliegende Halbinsel “Sa Foradada”.

 

Da uns noch kein sonderlich großer Hunger plagte, machten wir uns auf die Suche nach dem etwas anderen Restaurant. Vom Parkplatz kommend ließen wir die Restaurants sprichwörtlich rechts liegen, schlenderten vorbei an einem sehr edel anmutenden Herrenhaus namens “Son Marroig” mit dem gleichnamigen Aussichtspunkt, um anschließend vor einem gut verschlossenen Tor hängen zu bleiben. “Was nun?” fragt man sich zunächst. Tatsächlich scheint der Weg zum Restaurant “Sa Foradada” verschlossen. Schnell bemerkte ich aber eine, wohl aus gutem Grund direkt in den Zaun integrierte Leiter, die es den Besuchern ermöglichen soll, sich Zutritt zum Gelände zu verschaffen. Wohl eine Art Vorkehrung, um sich lästigen PKW Verkehr vom Hals zu halten. Man könnte es aber auch als gut gemeinte Hürde sehen, die Personen ohne ausreichende Kondition frühzeitig zum Umkehren bewegen soll.

(Noch) leichtfüßig überflogen wir diese Hürde um uns auf den immer rauher werdenden Pfad hinab in die Bucht zu begeben. Trotz des etwas sub-optimalen Schuhwerks für derartige Wanderungen, bewältigten wir den Abstieg in rekordverdächtigen 50 Minuten. Die Zeit drängte mal wieder, hatten wir uns doch gerade einmal 1 Stunde vor Küchenschluss auf den Weg gemacht. Wer also einen Besuch des Restaurants plant, sollte die Öffnungszeiten in der Nebensaison nicht außer Acht lassen ( 12 - 16 Uhr ) ! Mit jedem Schritt kam die Landzunge näher und die Vorfreude auf das was uns dort “am Ende des Regenbogens” erwarten würde wuchs.

Vorbei an friedlichen Eseln, schroffen Steinen und überraschend artenreichen Gewächsen, stolperten wir den engen Serpentinenweg hinab. Am Ende offenbarte die Gegend ihr komplettes, überwältigendes Potential.

Die Bucht liegt glitzernd vor uns, daneben ragt eindrucksvoll ein Felsen 82 Meter in die Höhe – mittendrin ein Loch, mit 14 Metern Durchmesser das bekannteste Loch Mallorcas: Sa Foradada. Ein geradezu paradiesisches Fleckchen. Dort unten lässt sich nicht nur gut schwimmen und fotografieren, sondern in dem rustikalen Restaurant Sa Foradada auch sehr gut essen.


Für dieses Erlebnis nimmt man den Weg auch gern zweimal auf sich. Nach dem die Energiereserven wieder gut erholt waren, machten wir uns auf den sehr viel beschwerlicheren Aufstieg. Eine gute Stunde und 20 Minuten verstrichen während des Rückwegs. Es empfiehlt sich für diese Wanderung immer eine Flasche Wasser dabei zu haben und zusätzlich eine im Fahrzeug bereit zu halten.

Als wir schließlich wieder vor dem verschlossenen Gatter standen, waren wir erleichtert und froh zugleich, diesen Weg auf uns genommen und bewältigt zu haben. Nur diese kleine Akrobatikeinlage trennte uns noch vom ersehnten PKW-Sitz, in dem Hang Nga alsbald in einen frühabendlichen Schlaf versank.

 

Der Tag sollte aber längst nicht vorbei sein. Ein letztes Highlight lag noch vor uns. Weitere 15 Minuten Fahrtzeit entfernt, lag das malerische Bergdorf “Valldemossa”.

 

Valldemossa und die alte VW Garde

 

Bekannt wurde Valldemossa insbesondere dadurch, dass der polnische Komponist Frédéric Chopin den Winter 1838/39 dort mit der französischen Schriftstellerin George Sand verlebte. Diese schrieb später über diesen Winter mit Chopin das Buch Ein Winter auf Mallorca, in welchem sie die Landschaft sehr malerisch beschreibt. In dieser Zeit lebten sie im ehemaligen Kartäuserkloster, der Kartause von Valldemossa, ein beliebtes Ausflugsziel und MUSS für alle Kunst- und Kulturinteressierten auf der Insel.

Ich selbst verliebte mich in diesen herrlich romantischen Ort bereits in früheren Urlauben auf Mallorca und genieße es jedes Mal in vollen Zügen, durch den Ort zu spazieren. Der rustikale Charme der kleinen Cafés, der alten Häuser und der netten Einwohner wirkt wohltuend entschleunigend. Die Zeit scheint hier still zu stehen und ermöglicht noch heute einen Einblick in ein Leben früherer Generationen von Handwerks- und Bauersleuten.

Wieder einmal schienen wir zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. Auf dem zentralen Marktplatz des Ortes, zu Füßen des Klosters “Real Cartuja” hatte sich jene Oldtimer-Gruppe versammelt, die ich am Mittag in Sóller knapp verpasste. Die Gelegenheit hätte besser nicht sein können, einige rare Fotos in diesem Ambiente zu schießen.


Als sich der Konvoi schließlich wieder in Bewegung setzte und knatternd die alte Kopfsteinpflasterstraße hinab fuhr, setzten wir unseren Spaziergang fort. Am Ende genehmigten wir uns noch Kaffee und Kuchen in einem der kleineren Café’s am Ende der Hauptstraße, bevor wir dann doch etwas müde aber glücklich den Rückweg nach Port D’Andratx antraten. Diesmal - auf Wunsch einer einzelnen Person hin - aber auf den geradlinigen Schnellstraßen ;)

Damit ging wieder ein unvergesslicher Tag auf Mallorca zu Ende.

Ich hoffe es hat Ihnen ebenso gefallen wie uns. Wagen Sie ruhig einmal den unkonventionellen Weg, entgegen der breitgetretenen Touristenpfade - für uns hat es sich bislang immer wieder gelohnt!


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