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Mallorca - kleines Paradies im Wandel /// Tag 2

TAG 2 - PERLEN, POLLO, POLITESSEN - WETTLAUF DURCH PALMA

“Mann muss reisen, um zu lernen!” (Mark Twain) An keinem anderen Tag unserer kurzen Reise auf der Baleareninsel Mallorca, habe ich mehr gelernt als an jenem zweiten Reisetag, an dem der Besuch der Hauptstadt auf dem Plan stand. 

Nach unserem ersten, bereits sehr ereignisreichen Tag auf der Insel (siehe Artikel Tag 1 - Von Berlin nach Port D’Andratx ), gingen wir erschöpft und mit vielen imposanten Bildern im Kopf zu Bett. Der tiefe, erholsame Schlaf wurde nur unwesentlich zu früh unterbrochen, als um 8:00 der Wecker zum Morgenappell leutete. Im Urlaub gehen meine Partnerin Hang Nga und ich es eigentlich eher gemütlich an - eine kleine zeitliche Referenz ist jedoch nicht ganz verkehrt, möchte man möglichst viel von der stets zu kurzen Urlaubszeit auskosten. Darüber hinaus, galt es insbesondere bei der berühmt gefürchteten Parkplatzsuche in der chronisch verstopften Hauptstadt, früh vor Ort zu sein.

Kaum aus den Federn und auf der Terrasse des Refugiums gesammelt, kitzelten bereits die ersten Sonnenstrahlen angenehm die noch leicht schläfrigen Augenlieder. Frühstück stand auf dem Plan - dieser war jedoch offenbar nur uns bekannt. Seitens des Hotelpersonals, hatte man wohl andere Pläne oder schlichtweg in der Aufbauzeit, noch keine so frühen Vögel wie uns gesehen. Das Restaurant durfte heute einmal länger schlummern als wir, sodass wir uns verwundert, aber gelassen in die Terrassenstühle fallen ließen, um den schönen Moment der breiter werdenden Sonne über der Bucht zu  genießen. Stratege der ich bin, dauerte es nicht lang und ich hatte den direkten Draht zum Hotelbesitzer und Künstler, Dieter Liedtke, hergestellt sodass ich kurzerhand unserer Verwirrung Ausdruck verleihen konnte.

 

Wir nehmen so etwas stets sportlich muss man wissen. Gerade im Urlaub sollte man sich von kleinen Rückschlägen in der Planung nicht aus dem Konzept bringen lassen. Je mehr man plant, desto mehr kann schief gehen. Daher versuche ich bei aller Planung immer genügend Platz für Gevatter Zufall bereit zu halten. Die Erfahrung zeigte uns auch auf anderen Reisen, dass insbesondere der Zufall einem nicht selten die besten Momente beschert. Cool bleiben und Ruhe bewahren, dann kommt das Glück schnell zurück.

 

So dauerte es kaum 5 Minuten, bis Herr Liedtke persönlich und kurze Zeit später, eine flotte Dame vom Restaurantpersonal auf der Bildfläche erschienen. Herr Liedtke entschuldigte sich in aller Freundlichkeit für das leicht verspätete Frühstück und veranlasste eine umgehende Bewirtung. Wer mich kennt, weiß, dass ich mit dem ersten Kaffee des Tages stets gut aufgelegt bin. So auch hier. Kaum stand der erste Café con leche auf dem Tisch, konnte der Tag so richtig starten. Die Sonne schien zunehmend kräftiger, das etwas minimalistische Frühstück mundete, so dass wir nun wieder zum geplanten Teil des Tagesziel übergehen konnten. Gut gestärkt machten wir uns mit unserem kleinen Miet-Flitzer auf den Weg in die Hauptstadt Palma de Mallorca, kaum 30 Autominuten vom Hotel entfernt. 

 

Santa Catalina - “Little Skandinavia“

 

Als erstes Ziel und vermeintlich optimale Lösung für das bekannte Parkplatzproblem in der Altstadt Palma’s, steuerten wir den Stadtteil “Santa Catalina” an. Etwas abseiteis vom Touristenstrom liegt jener aufstrebende Lieblings-Hotspot der Mallorquiner in Palma. DAS potentielle Szeneviertel westlich der Altstadt, geprägt von kleinen Straßen, alten Häuserfassaden, niedlichen Cafés, trendigen Restaurants und ausgefallenen Shops. Wer es ruhig angehen möchte, ist hier genau richtig!

Alles hier ist so herrlich einfach, stylisch und unkompliziert. Das Viertel wird auch „Little Skandinavia“ genannt, weil sich hier auffallend viele Norweger und Schweden niedergelassen haben.

Wir waren erstaunt darüber, wie schnell doch ein Parkplatz gefunden war. Keine 50 Meter von unserem Ziel, der zentral im Stadtteil gelegenen Markthalle “Mercado de Santa Catalina” finden sich ausreichend Parkmöglichkeiten direkt am Straßenrand. Wie wir es aus Deutschland nicht anders kennen und auch hier nicht anders vorfinden sollten, sucht man kostenfreie Parkplätze vergebens. Die Parkgebühren von 80ct. je Stunde halten sich jedoch in überschaubaren Grenzen. Möchte man sich den ganzen Tag Zeit nehmen, in Ruhe (!!!) und ohne Sorge um einen ablaufenden Parkschein, empfiehlt es sich im Nachhinein doch eher ein Parkhaus aufzusuchen. Andernfalls sieht man sich gezwungen, sein Vehikel alle zwei Stunden umsetzen und ein neues Ticket zu lösen zu müssen. Als jahrelang geschulter Parksünder ( würde man für das Sammeln von “Knöllchen” Punkte in Flensburg bekommen, hätte man mir wohl bisweilen längst den Führerschein entzogen ), ging ich die Parkerei gewohnt gelassen an, löste also Parkschein Nummer 1, auf dass wir uns nun gelassene 2 Stunden im Quartier umschauen konnten.

 

Vom Navi mehr oder weniger zielstrebig zu Fuß Richtung Markhalle ( zwischen der Placa Progreso und der Viá Argentina gelegen ) geleitet, fanden wir auch schnell wonach wir suchten: Zum Einen den Markt, zum Anderen auch eines der bezaubernden kleinen Cafés im Umkreis. Mit einem wirklich ultimativ leckeren, mit Liebe zubereiteten Cappuccino “to go” bewaffnet, betraten wir nun also die kleine Markthalle, die offensichtlich auch zum Großteil von Einheimischen aus der näheren Umgebung rege genutzt wird.

Die Halle ist im weiten Umkreis die wohl älteste und traditionellste ihrer Art, seit kurzem konkurrierend mit dem erst neu eröffneten “Mercat d’Olivar”, etwas weiter außerhalb des Stadtzentrums, der bereits einen festen Platz auf der Liste zu besuchender Plätze für unseren nächsten Urlaub auf Mallorca inne hat. Der Mercado de Santa Catalina braucht sich in Sachen Qualität und Vielfalt auf jeden Fall nicht verstecken - grandios! Viele Spitzengastronomen kaufen hier ein. Es gibt zahlreiche Stände mit spanischen und internationalen Delikatessen, Bodegas und die wohl frischesten Fisch-Gerichte. In seiner Größe kein Vergleich zu dem uns gut bekannten “Mercat de la Boqueria“ in Barcelona, hat man schnell einen ersten Überblick über das Angebot. Ebenso schnell formten sich in unseren Köpfen die Bilder von unserem bevorstehenden Mittagessen, welches wir selbstverständlich, wenn auch etwas unfreiwillig, direkt im Markt einnehmen sollten. Während wir uns an einem sehr einladenden Stand frisch zubereitetem Sushi’s niederließen, verrann so langsam die Zeit unseres ersten Parkscheins. Während Madame also über die Speisen wachte, machte ich mich gewohnt gelassen auf den Weg Richtung PKW, um ein weiteres Ticket zu lösen und die Räder eine halbe Umdrehung zu bewegen. Das Glück war in diesem Moment (noch) mit uns. Pünktlich zum Ablauf unseres Parkscheins Nummer 2, würden wir in die Siesta-Zeit rutschen, in der traditionell spanisch die Arbeit niedergelegt wird. Auch das Parken ist in diesen zwei Stunden auf allen gekennzeichneten Flächen kostenfrei, was uns ein Zeitfenster von gut 4 Stunden öffnete.

Zurück in der Markthalle, hatte Hang Nga ihren Teil Sushi bereits verspeist. Es schien geschmeckt zu haben, also wagte auch ich mich an meine Portion. Die frische der Zutaten schmeckte man sehr gut heraus - ein wahrer Genuss.

Da wir uns aber nicht direkt satt essen wollten, bestellten wir lediglich ein paar klein Häppchen um möglichst viel von allem probieren zu können. Den letzten Gang bereits gut verpackt, um ihn unter der spanischen Sonne zu genießen, wollten wir uns gerade weiter auf den Weg durchs Quartier machen, als plötzlich und unerwartet der Himmel über der Stadt hereinzubrechen schien. Die Wolken ergossen sich derart ergiebig, dass wir selbst in der Markthalle den ein oder anderen Tropfen im Nacken verspürten. Umdisponieren war angesagt ( wie bereits zu Beginn erwähnt, sollte man nicht all zu viel auf feste Pläne geben um glücklich zu sein! ). Kurzerhand funktionierten wir einen Stapel Holzkisten vom Obststand zu einem wackligen Stehtisch um, um hier nun unser halbes Brathähnchen zu verspeisen. Dem Genuss bescherte dieser Umstand keinerlei Abzüge, wenn gleich wir eine gute halbe Stunde Parkzeit verloren =)

Fast zeitgleich zum Ende unseres 5-Sterne-Holzkisten-Lunch’s, kehrte auch der Wettergott zurück in die gewohnt sonnig-warme Bahn. Er hatte seine Siesta wohl vorgezogen um nun wieder zunehmend Sonnenstrahlen auf uns herab scheinen zu lassen.

Da mir bereits vieles der Altstadt bekannt war und wir es nicht sehr eilig hatten uns unter die größeren Touristen-Ströme zu mischen, beschlossen wir, dem kleinen Café direkt neben der Markthalle einen weiteren Besuch abzustatten. Die Beine wollten einen Moment ausgeruht werden, bevor es zum Sturm auf die Shopping-Tempel der Großstadt ging. “Fibonacci” ist eine kleine Café- und Bäckereikette auf Mallorca und beliebt für ihre im Haus produzierten Backwaren. Hier kommen offensichtlich nur die frischesten und besten Zutaten in die Produkte. In gemütlicher Atmosphäre werden hier neben dem äußerst schmackhaften Cappuccino, auch viele weitere Produkte aus eigener Produktion unaufdringlich zum Kauf feilgeboten. 100% motiviert und ausgeruht machten wir uns nun endlich auf in die Altstadt, die unmittelbar an den Stadtteil Santa Catalina anschließt. 

 

La Seu

 

Ein kurzer Fußmarsch von 10 Minuten und schon standen wir einem der imposantesten Gebäude Mallorcas zu Füßen. “La Seu” ( der “Bischofssitz” ), Palmas Kathedrale und Wahrzeichen, überragt gut sichtbar weite Teile der Stadt und bietet den vom Hafen kommenden Touristen und Mallorquinern bei ihrer Ankunft stets ein fantastisches Bild gotischer Baukunst.

Für uns das erste Ziel auf unserer Altstadtroute, freute ich mich, dieses beeindruckende Bauwerk nun endlich auch einmal von Innen betrachten zu können. Auf meinen früheren Reisen über die Insel war mir dies leider nie gelungen. Wer sich diesem Abenteuer also stellen möchte, sollte sich gut mit den Öffnungszeiten der öffentlichen Gebäude vertraut machen. Bereits von Außen beeindruckt das Gebäude durch seine aufwendig ausdetaillierte Fassade, insbesondere im Bereich der Westfront mit riesigen Hauptportal.

Absolut unkompliziert und ohne Warteschlage betraten wir die heiligen Räume nach einer Pro-Kopf-Abgabe von 7 €. Alles Vorteile die man nur in der Nebensaison genießen kann, wenn gleich auch in diesem Jahr bereits zu unserer Reisezeit, ein erhöhtes Touristenaufkommen spürbar war.

 

Die Kathedrale wurde unter König Jaume I. ab 1230 nach Ende der Herrschaft der Mauren über Mallorca errichtet und sollte auch als Mausoleum und Grablege der Mallorquinischen Könige dienen. Mit einer Länge von 110 m, einer Höhe von bis zu 44 m und einer Breite von 33 m, erreicht das im gotischen Stil erbaute Gebäude beeindruckende Dimensionen. Es finden sich aber auch barocke und Renaissance-Elemente in der Architektur. Auch der berühmte spanische Architekt und Künstler Antonio Gaudí wirkte Anfang des 20. Jahrhunderts an der Kathedrale und gestaltete den Innenraum des Sakralgebäudes im Stile des katalanischen Modernismus. Insgesamt ergibt sich somit eine spannungsreiche und perspektiven-erweiternde stilistische Mischung, die das Gebäude besonders sehenswert macht. In den Nebenräumen der Kathedrale, rund um den Innenhof, ist ein überschaubares aber nicht weniger beeindruckendes Museum untergebracht. Neben den gezeigten sakralen Gerätschaften und Gemälden, sowie Knochenstücken diverser Heiliger, beeindruckten mich insbesondere die zahlreichen Reliquien, gefertigt in unvorstellbarem Detailreichtum von schierer Imponsanz. Abschließend bleibt mir zu sagen, dass ein Besuch von “La Seu” für mich definitiv zu den “Must Do’s” im Urlaub auf Mallorca zählt.


Von nun an hatte Hang Nga das Zepter in der Hand… Das Kulturprogramm konnte zum Shopping-Trip werden, was mich aber wenig störte. Im Wandeln durch die Straßen und Gassen der Altstadt konnte ich ja weiterhin passiv meiner Begeisterung für alte Architektur, liebevoll gestalteten Schaufenstern und herrlich entspannt wirkenden Plätzen frönen. Was das Gebäude-Ensemble attraktiv macht, ist der Umstand, dass es sich um Gewachsenes handelt, ähnlich einem Wald. Dass es von den An- und Umbauten der Jahrhunderte seiner Wirkung nicht beraubt wurde. Der französische Regisseur Henri-Georges Clouzot hat das 1956 in seinem berühmten Picasso-Film gezeigt: So sehr sich Vollkommenes im Laufe des Schöpfungsaktes auch verändert - es bleibt in jeder Phase vollkommen. Dafür hat in dieser Stadt Gaspar Bennazar (1869-1933) gesorgt, der letzte Stadtplaner des Jugendstils in der Palma-Variante “Modernismo”.


So sehr mich diese alte, ehrwürdige Welt faszinierte, so sehr schien Hang Nga vom Glanz der Perlen angezogen. Die Ramblas, aber auch viele der kleinen Nebenstraßen sind gesäumt von kleinen und großen Schmuckateliers, in denen insbesondere Perlen im Fokus standen. Sehr beliebt schienen die sehr günstig zu erstehenden “Mallorca-Perlen” zu sein, eine täuschend echt wirkende künstliche Perlen-Imitation, die dennoch zu gefallen weiß. Als sehr begehrtes Mitbringsel aus dem Urlaub, sind die Perlen bei guter Verarbeitung ( Auf die originalen Herstellerzeichen der Produzenten Perlas Majórica” achten! ) und sehr niedrigen Preisen ( Armbänder um die 8 € ) eine Sichere Bank, wem es allein um optisch ansprechende Accessoires geht. Es muss ja nicht immer teuer sein.


Nach dem einige Schätze gefunden und eingepackt waren, sollte es für die Liebste aber dann doch noch eine echte Perle geben. In einem “echten” Juweliergeschäft, kamen wir mit der ursprünglich aus Schweden stammenden, sehr netten Verkäuferin schnell ins Gespräch und ließen uns den Unterschied zwischen Mallorca-Perlen, Süßwasserperlen und Salzwasserperlen erklären. Da ich jetzt aber nicht zu sehr unserer privaten Passion für Schmuck und Handarbeit erliegen und Sie damit langweilen möchte, verzichte ich an dieser Stelle auf eine ausschweifende Erklärung. Aus einem kleinen Sammelsurium von eleganten Silberringen mit echten Salzwasserperlen, pickte ich kurzerhand ein Modell heraus, welches mir persönlich und auch Hang Nga sehr gefiel. Wie das Schicksal manchmal so spielt, sollte dieser Ring auch direkt passen, sodass der Kauf kurz und schmerzlos abgewickelt wurde.

 

Glücklich und dezent veredelt, verließen wir das Geschäft, um uns weiter durch das fröhlich bunte Getümmel der Stadt treiben zu lassen. Die Zeit flog nur so davon - bei einer kurzen “Serveca-Pause” ( serveca = span. für Bier ) bemerkte meine Liebste das kurz bevorstehende Verfallen unseres Parktickets - was ich in diesem Moment nur peripher an mich heran ließ. Soll heißen: Das Glas war noch kühl und gut gefüllt, von einem Parkschein wollte ich in diesem Augenblick nicht viel wissen. Ich machte mir wenig Sorgen, war ich dieses Prozedere aus Deutschland ja bestens gewohnt. Im Irrglaube, eine kurze Überschreitung der Parkdauer um ein paar Minuten würde schon Niemanden stören, hielt ich mich an meiner temporären To-Do-Liste fest. 1. Bier genießen, 2. dann langsam Richtung Auto aufmachen.

 

Der Weg war kein weiter. Nach knappen 15 Minuten erreichten wir zu Fuß erneut Santa Catalina und hier unser KFZ. Was die Frau bisweilen hartnäckig anprangerte wurde nun zur Gewissheit. Einer dieser gemeinen Mallorca-Geier in Uniform hatte sich mit Stift und Papier bewaffnet in unseren Flitzer verbissen. Dabei waren wir ja gerade einmal knappe 30 Minuten drüber! Wenig gelassen musste ich dann jedoch feststellen, dass sich das mit den Bußgeldern auf der Insel etwas anders gestaltet als daheim. In Deutschland von Bußgeldern um die 10 € “verwöhnt”, lief es mir kurz kalt den Rücken hinunter bei der spanischen “Knöllchen” Variante über eine Summe von 60 €. Da ich mich im Urlaub aber selten lange über derartige UNVERMEIDBARE Missgeschicke ärgere, fand ich schnell in meine Entspannung zurück und bemerkte auf der Rückseite des Tickets einen hilfreichen Hinweis. Laut diesem konnte man seinen Strafzettel direkt am Parkautomaten unschädlich machen, sofern man innerhalb einer Stunde nach der Ausstellung eine Zusatzgebühr von 5 € nachzahlt. Der nun erstandene Parkschein, kam zusammen mit dem Strafzettel in einen kleinen Umschlag ( liegt dem Knöllchen bei ) und in einen dafür vorgesehenen Briefkasten direkt am Parkautomaten. Ich bin gespannt, ob die Sache nun auf sich beruht =)

Da wir mit unserer Runde durch Palma noch längst nicht am Ende waren, beschlossen wir, erneut den Weg von Santa Catalina in die südliche Altstadt auf uns zu nehmen. Ein etwas näher gelegener Stellplatz für unser Auto, sowie Parkschein Nr. 3 mussten also her. Beides zügig erledigt, behielten wir diesmal die Uhr etwas mehr im Auge, wollten wir doch keine weiteren Katastrophen herauf beschwören. Über das touristische Epizentrum Palma’s, dem ( meiner Ansicht nach wenig reizvollen ) "Plaça Major", wandelten wir vorbei an Schaustellern, Marktständen und den wenig authentischen Konsumfilialen bekannter Marken, um ihn in südlicher Richtung direkt wieder zu verlassen. Hier begibt man sich wieder in wesentlich gemütlicheren Gässchen mit einer Vielzahl reizvoller Geschäfte, Eis-Lädchen und einzigartigen Modeläden.

Der Weg führte uns weiter südwärts in Richtung des riesigen Yachthafens. Hier angekommen, nahmen wir uns erneut die Zeit zu rasten und die Szenerie auf uns wirken zu lassen. Schaut man sich um, fragt man sich unweigerlich, wer diese vielen wohlhabenden Menschen sind, die hier ihre Schätzchen vor Anker legen. Bis auf den sehr faszinierenden Anblick der unzähligen Boote, kann ich dieser, meiner Meinung nach sinnlosen Extravaganz, jedoch wenig abringen. Einem kurzen Ausflug zu Wasser, auf einem der traditionellen Schoner, wäre ich hingegen schon sehr zugeneigt gewesen.

Wie doch die Zeit verrennt. Schon wieder neigten sich zwei Stunden Parkzeit dem Ende entgegen. Hang Nga schien erneut die Panik zu packen, das Auto nicht rechtzeitig zu erreichen. Ich hingegen war meiner Orientierung sicher, den Weg in der gegebenen Zeit ohne Weiteres zu bewältigen. Je länger wir liefen, kam jedoch auch mir der Weg mit jeder Sekunde länger vor. Meter für Meter schienen unsere Beine mehr Eile an den Tag zu legen, so lang, bis wir zu rennen schienen. Der Wettlauf mit der Zeit schien kein Ende zu nehmen, bis wir schließlich auf die Minute genau in die Straße einbogen, in der unser Auto auf uns wartete. Keine Sekunde zu früh, schlichen doch bereits wieder jene gut sichtbaren Politessen um unseren kleinen Silberpfeil herum, die Uhr und die ablaufende Parkzeit stets im Blick. Wenn wir eines gelernt haben, dann das man in Palma tatsächlich keine Minute Parkzeit überziehen sollte. Gefühlte 10 Politessen je Straße sorgen hier scheinbar für 80% des Brutto(ei)landproduktes der Insel.

 

Nach einem langen Tag zu Fuß durch Palma, freuten wir uns nun aber doch auf einen ruhigen Abend in Zweisamkeit, ohne viele Touristen und vor allem ohne Politessen. Da die Sonne noch nicht untergegangen war, beschlossen wir es uns auf der Hotelterasse gemütlich zu machen. Bei selbst gemachten Tapas und einer Flasche guten mallorquinischen Rotwein, ließen wir den Tag zufrieden ausklingen. Als (noch) einziges Paar in der “Liedtke-Kunst-Hotel-Anlage” mit längerem Aufenthalt ( alle anderen Gäste nächtigten meist nur einen Tag und verpassten somit die Möglichkeit, Abends im Hotel-Restaurant zu speisen), genossen wir die Stille und Ruhe, zusammen mit dem sehr zuvorkommenden und hilfsbereiten Kellner Cristian.


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